Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e. V.
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Verfasst am 19.07.2018 um 08:16 Uhr

Jubiläum „Am Ahrensfelder Berg“

Kleingärtner feierten das 30-jährige Bestehen ihrer Anlage

Die Gründung der Kleingartenanlage

154 Jahre nach dem ersten „Schreberverein“ und dem Anfängen des Kleingartenwesens wurde 1988 die Kleingartenanlage „Am Ahrensfelder Berg“ gegründet und aufgebaut. Sie entstand auf ehemaligem Bauernland im Brandenburgischen Landkreis Barnim direkt am Ostrand von Berlin. Die Parzellen erstrecken sich entlang der Eichner Chaussee bis hin ins schöne Dorf Eiche. 

600 Parzellen waren es am Anfang. 52 mussten 2007 dem Eigenheimbau weichen. Mit noch 550 Parzellen gehört die Anlage dennoch zu einer der größten von Berlin, hervorragend eingefügt in das Landschaftsbild um den 114,5 Meter hohen Ahrensfelder Berg und die Wuhle. Mit einer Grundfläche von rund 250.000 Quadratmetern und den vielfältigen Kulturen hat die Kleingartenanlage einen großen Anteil am Hauptstadtgrün und bildet zusammen mit dem Ahrensfelder Berg in der Region eine beachtlich zusammenhängende grüne Klima-Oase. Von Anfang an erfüllte die Anlage eine der wichtigsten Aufgaben des Kleingartenwesens: Als Teil des öffentlichen Grüns für alle zugänglich zu sein. Damals wie heute stehen die Tore der Anlage für die Allgemeinheit weit offen. Jährlich kommen zahlreiche Besucher und Spaziergänger, die für das Angebot wohnungsnaher Erholungsflächen sehr dankbar sind. 34 Wege führen durch die Anlage, vorbei an den Parzellen. Eine Reihe schöngestalteter Gemeinschaftsflächen hat die Attraktivität und Öffentlichkeitswirksamkeit der Anlage weiter erhöht.

So wurde 2012 ein kleiner Beeren-Naschgarten angelegt. Jeder kann dort Früchte naschen. Der Garten ist Teil eines abschüssigen Weges, auf dem im Winter gern Kinder Rodeln. Der Garten wurde später zum Ökologischen Erlebnisweg mit Insektenhotels, Nistkästen und Vogeltränken ausgebaut und Bänke laden zum Verweilen ein. Auch der Verein hat sich in seiner Entwicklung weit geöffnet. Er will mehr sein als nur ein Gartenverein oder nur als „Laubenpieperverein“ definiert werden. Am Ahrensfelder Berg versteht man sich als Teil des sozialen Raumes. So gestalten die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner das gesellschaftliche Leben über den Anlagenzaun planmäßig mit. Insbesondere mit der Gemeinde Ahrensfelde/Eiche gibt es vielfältige gemeinsame Aktivitäten. Sehr intensiv ist die Patenschaftsarbeit mit der Kita „Regenbogen“.

Vieles hat sich in den vergangen 30 Jahren im Verein und der Anlage getan. Kamen einst die ersten „Hobbygärtner“ aus allen Ostberliner Bezirken zum Ahrensfelder Berg, kommen heute allein 478 Pächter der 550 Parzellen nur aus Marzahn-Hellersdorf. Der Hauptgrund: Die Kleingärten liegen unmittelbar vor ihrer Haustür. Einige Pächter haben einen Migrationshintergrund. Sie vertreten 9 Nationen. Die Mehrheit kommt aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Aber auch Vietnamesen, Thailänder, Ungarn, Polen gärtnern am Ahrensfelder Berg. Von den Pionieren der ersten Stunde bewirtschaften noch 97 fleißig ihre Parzelle. Der Garten, der Verein ist ein Stück ihrer Lebensgeschichte. 9 von ihnen üben noch eine Funktion im Verein aus. (Respekt). 12 Vereinsmitglieder sind 80 Jahre und älter. Die älteste Kleingärtnerin ist 84, der älteste Kleingärtner 83 Jahre alt. Insgesamt hat sich der Verein verjüngt, der Generationswechsel ist seit geraumer Zeit sichtbar.

Das Gartenfest 

Die Jubiläumsfestlichkeiten zu 30 Jahre Kleingartenanlage „Am Ahrensfelder Berg“ haben  ihren Höhepunkt mit einem dreitägigen Gartenfest auf dem Festplatz an der Eichner Chaussee, das vom 29. Juni bis zum 1. Juli stattfand und zugleich das 10. in der Vereinsgeschichte ist. 

Mit vielen bunten Wimpelketten wurde der Platz festlich geschmückt. Am Gründungsstein konnten sich die Festbesucher an Hand von Fotos und Dokumenten über die Vereinsgeschichte informieren. Ein kleines Metallschild an einem Betonpfeiler verwies zum Beispiel auf die erste Zaunanlage von 1989. Im Zentrum des Platzes stand ein großes Festzelt. Drinnen und draußen herrschte 3 Tage lang bei schönstem Sonnenschein ein fröhlich-buntes Treiben. Mit dem Lampionumzug der Kinder ging es los.An der Spitze des Zuges ein knallroter Bollerwagen mit aufgebauter Musiktechnik. Die Kinder, begleitet von vielen Eltern, drehten einige Runden durch die Anlage. Zwischendurch gab es Süßigkeiten, am Ende konnte der Durst gelöscht werden. Im Festzelt fand unterdessen ein Skatturnier statt.

Am nächsten Tag startet pünktlich um 14:00 Uhr das Kinderfest. Die Organisatoren haben das volle Programm aufgelegt, wie basteln, malen, Kinderschminken, Büchsenwerfen, Sportspiele, Ponyreiten und vieles mehr. Feuerwehr-und Polizeiautos aus Eiche und Bernau laden zur Besichtigung ein. Die kulinarische Versorgung der etwa 500 Besucher hat die Landgaststätte Eiche unter Führung ihres Chefs und Meisterkoch, Andreas Koepsell übernommen. Der Renner waren leckere Bratwürste und saftige Steaks. Im Festzelt werden die Besucher mit Discomusik unterhalten. Es gibt Kaffee und Kuchen. Alle Kuchen sponsern die Kleingärtner. Dicht umlagert ist der Tombola Stand. Die Hauptpreise sind ein Hammer: Samsung-Handy, Panoramakamera, Wild-Überwachungskamera, Vertikutierer, Rasenmäher, Leisehäcksler, Gasgrill. Dann haben Kinder von der Patenkita „Regenbogen“ aus Eiche ihren großen Auftritt. Sie überbringen herzliche Grüße zum Vereinsgeburtstag und wünschen den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern eine gute Ernte und weiterhin gute Zusammenarbeit. Für ihr kleines Kulturprogramm gibt es viel Beifall. Weitere geladene Ehrengäste werden von Wolfgang Schneider, Vorsitzender des Gartenvereins im Festzelt herzlich begrüßt, darunter Wilfried Gehrke, Bürgermeister von Ahrensfelde, Gunther Meusel, Ortsvorsteher von Eiche und Grundstückseigentümer. Mit einer gefälligen Line Dance-Darbietung bringen 7 hübsche Damen weiteren Schwung in das Nachmittagsprogramm. Am Abend spielt eine Lifeband zum Tanz auf, Showeinlagen heizen die Stimmung an. Um Mitternacht ist Schluss.

Am nächsten Tag steht auf dem Festprogramm: Frühschoppen. Ab 10:00 Uhr geht es mit Discomusik los. Die Festgesellschaft ist etwas kleiner geworden. Zum Mittag ein „Schmankerl“ es gibt Erbsensuppe mit Bockwurst. Und die schmeckt bekanntlich aus großen Behältern am besten. 200 Portionen standen zur Verfügung. Zum Schluss: Es war ein schönes Gartenfest. Noch eine Anmerkung: Allen Organisatoren und Verantwortlichen, allen voran die „Schneidersche“ Doppelspitze, ein großes Dankeschön.

Die Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung des KGV „Am Ahrensfelder Berg“ e.V. fand diesmal im Rahmen des Gartenfestes zum 30-jährigen Bestehens des Vereins statt. Der Tagungsort war das Festzelt. Eine Prämiere in der Vereinsgeschichte. Neben dem festlich geschmückten Präsidium war die Vereinsfahne aufgehängt. Ausgelegt waren einige Exemplare über die 30 jährige Vereinsgeschichte. Diese akribisch ausgearbeitete Zeittafel kann auf der Webseite des Vereins eingesehen werden. 450 Kleingärtnerinnen und Kleingärtner nahmen an der Versammlung teil. Eine gute Teilnahme. Herzlich begrüßt wurde Gert Schoppa, Mitglied des BV Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e.V. Wolfgang Schneider, Vorsitzender des KGV und seit 11 Jahren im Amt, gab den Bericht des Vorstandes. Er erinnerte unter anderem an die Gründung des Gartenvereins, hob die gute Entwicklung in den 30 Jahren hervor und unterstrich die außerordentliche Bedeutung der Kleingartenanlage für die über 1000 Kleingärtner und ihren Familien, für das Stadtgrün und Stadtklima von Berlin. 9 Vereinsmitglieder sprachen zur Diskussion, darunter war ein interessanter Beitrag von Gartenfreund Dr. Hermann Wollner zu Fragen von Wetter/Klima rund um den Kleingarten. Auf der Tagesordnung stand auch die Wahl eines neuen Schriftführers. Einstimmig wurde Michael Pfalz in das Amt gewählt. Am Schluss der Versammlung wurden zahlreiche Vereinsmitglieder gewürdigt und ausgezeichnet.

Der Vorstand

Text und Fotos: Herbert Mayer