Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e. V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 14.10.2020 um 15:00 Uhr

Pflanz- und Pflegetipps für eine üppige Rosenblüte    

Auch wenn der Winter bereits vor der Tür steht, können Sie jetzt noch für Rosenpracht im nächsten Sommer sorgen. So ist der Herbst die beste Pflanzzeit für Rosen. Zudem ist im Oktober die Auswahl besonders groß, da die Rosen nun frisch von den Produktionsfeldern gerodet werden und somit bei den Züchtern alle Sorten vorrätig sind.


Innere Werte erkennen

Bei dem riesigen angebotenen Sortiment finden Sie die ganze Bandbreite von sehr anspruchsvollen und krankheitsanfälligen Rosen bis zu kraftstrotzenden und vitalen Sorten. Damit Sie an Ihren Rosen viele Jahre Freude haben, sollten Sie die Auswahl sorgfältig treffen und nur besonders robuste Sorten pflanzen.


Ein praktisches Auswahlkriterium hierzu ist das ADR-Prädikat. Es steht für „Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung“ und wird nur an Sorten vergeben, die ihre Qualität in einem mehrjährigen Prüfverfahren in elf Sichtungsgärten unter Beweis gestellt haben. Sie können also sicher sein, dass diese Rosen reichblütig, zuverlässig frosthart und widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten sind.


Der Platz im Garten

Rosen lieben einen Platz an der Sonne, genügend Luftbewegung und tiefgründige, fruchtbare Gartenböden. Optimal sind sandig lehmige oder humose Böden im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 6,5 bis 7,5). Magere, sandige Böden können Sie mit Kompost und Tonmehl (Bentonit) verbessern.


Neben der Sonne brauchen Rosen auch immer genügend Luftbewegung. In windgeschützten Südlagen, beispielsweise an einer Laubenwand, kann es zu Hitzestau und zu starker Strahlung kommen, was zu Minderwuchs und Schädlingsbefall führen kann. Andererseits gedeihen robuste Rosensorten auch in halbschattigen Lagen noch zufriedenstellend. Als Faustzahl gilt ein Minimum von fünf Stunden direkter Sonne pro Tag. Volle Schattenlagen z.B. unter Bäumen sind hingegen ungeeignet.


Tipps zur Pflanzung

Wenn Sie nun den richtigen Standort und Ihre Lieblingssorten gefunden haben, kann es mit dem Pflanzen losgehen. Wichtig: Pflanzen Sie niemals Rosen in ein Beet, in dem vorher schon welche gestanden haben.


Durch die sogenannte Bodenmüdigkeit würde es zu Kümmerwuchs kommen. Bei einzelnen Pflanzen können Sie den Boden mit Erde von einer anderen Stelle des Gartens austauschen. Ansonsten hilft nur die Wahl eines anderen Platzes, indem Sie z.B. einige Stauden umpflanzen – oder drei bis fünf Jahre Wartezeit nach dem Entfernen der alten Rosen.


Containerrosen werden meist zur Blütezeit im Sommer gepflanzt. Achten Sie unbedingt auf die richtige Pflanztiefe, sodass die Veredlungsstelle (das ist der „Knubbel“ an der Pflanzenbasis) etwa 4–5 cm mit Erde bedeckt ist. Das schützt die Pflanze in harten Wintern: Selbst wenn die Triebe oberirdisch abfrieren, kann die Rose aus der Veredlungsstelle wieder austreiben.


Nach dem Pflanzen ist eine gute Wasserversorgung das A und O. Bei starker Sonneneinstrahlung und Wind kann in den ersten Wochen sogar tägliches Wässern notwendig sein.


Es spricht einiges dafür, jetzt im Herbst wurzelnackte Rosen zu kaufen und zu pflanzen. Direkt nach der Ernte ist die Sortenauswahl am größten, und die Bedingungen sind optimal, da die Rosen im noch warmen Boden schnell mit der Wurzelbildung beginnen und im Frühling umso kräftiger austreiben.


Wichtig ist, dass Sie die Triebe auf 20–30 cm einkürzen und die Rose vor dem Pflanzen zwölf bis 24 Stunden komplett mit Wurzeln und Trieben ins Wasser legen. Pflanzen Sie so tief, dass die Veredlungsstelle (Bild oben) zwei- bis dreifingerbreit mit Erde bedeckt ist und häufeln die Triebe als Verdunstungsschutz immer zusätzlich mit Gartenerde an. Wurzelnackte Rosen können Sie von Oktober bis Anfang Mai pflanzen, solange der Boden frostfrei ist.


Schneiden muss sein

Für ein kräftiges, gesundes Wachstum und eine reiche Blütenpracht müssen Sie Ihre Rosen regelmäßig schneiden. Der häufigste Fehler bei der Rosenpflege ist, dass sie nicht oder zu zaghaftgeschnitten werden.


Um die Rosen vor dem Winter nicht unnötig zu schwächen, sollten Sie den Rückschnitt im Frühjahr vornehmen. Ein guter Hinweis auf den optimalen Zeitpunkt ist der Beginn der Forsythienblüte, also je nach Region Mitte März bis Anfang April.


Bei Beet, Edel- und Kleinstrauchrosen schneiden Sie die ganze Pflanze komplett um die Hälfte bis zu zwei Drittel ihrer Höhe zurück.


Strauchrosen entwickeln sich im Laufe der Zeit zu bis zu 2 m hohen, dichten Büschen. Der Schnitt hängt hier vom Verwendungszweck ab: Möchten Sie die Rosen möglichst kompakt halten, können Sie sie stark zurückschneiden. Soll die Rose hoch werden und z.B. als Sichtschutz oder blühende Hecke dienen, kürzen Sie nur die Spitzen um 20–30 cm ein.


Auch Kletterrosen bauen erst im Laufe von einigen Jahren ihre volle Höhe auf. Hier erfolgt ebenfalls nur ein moderater Rückschnitt. Um die Entwicklung junger, kräftiger Triebe zu fördern, sollten Sie in jedem Frühjahr ganz alte Triebe, die nur noch schwach wachsen und blühen, komplett bodennah entfernen.


Ein Sonderfall bei den Kletterrosen sind die Rambler, bei denen viele Sorten nur einmalblühend sind: Bei ihnen bilden sich die Blüten an den Vorjahrestrieben. Rambler können Sie in den ersten Jahren einfach wachsen lassen. Sollten sie eines Tages zu ausladend werden, schneiden Sie sie am besten direkt nach der Blüte zurück. Grundsätzlich sollten Sie bei allen Wuchsformen abgestorbene oder sehr dünne, schwache Triebe komplett entfernen.

Während des Sommers ist es vorteilhaft, verblühte Blüten möglichst bald herauszuschneiden. So bilden die Pflanzen keine Hagebutten (Samen) und werden dazu angeregt, neue Knospen zu entwickeln.


Bei Kleinstrauchrosen, deren Blüten meist in Büscheln stehen, können Sie warten, bis die komplette Dolde verblüht ist und sie als Ganzes entfernen – das erleichtert die Schnittarbeit. Schneiden Sie generell nicht nur die Blüte oder Blütendolde heraus, sondern kürzen Sie die Triebe stets ein Stückchen ein, sodass Sie zwei bis drei Laubblätter mit entfernen.


Futter für die Vielblüher

Öfterblühende Rosen produzieren vom Frühsommer bis weit in den Herbst hinein unermüdlich neue Triebe, Knospen und Blüten. Bei so viel Leistung brauchen Sie während der Saison genügend Nährstoffe. Düngen Sie am besten zweimal im Jahr mit einem organischen (Rinderdung, Guano, Kompost) oder einem organisch-mineralischen Volldünger – im März und im Juni.


Ab Juli sollten Sie nicht mehr düngen, damit die Triebe gut ausreifen können. In rauen Lagen können Sie zur Erhöhung der Winterhärte ggf. im August noch eine kalibetonte Herbstdüngung ergänzen.


Gabriele Rautgundis Richter

Redaktion Verlag W. Wächter


Vorschaufoto: Pixabay

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