Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e. V.
Verfasst am 15.07.2021 um 15:47 Uhr

Kalenderblätter  -  

Monatliche Kleingartenepisoden  Juli  2021

  

Der Sienbenschläfertag  Ende Juni ist vorbei, damit auch die Aussicht auf sieben Wochen Regen. Stattdessen machen sich der Klimawandel und Extremwetterlagen immer öfter bemerkbar durch anhaltende Trockenheit, mehr Tage mit Temperaturen zwischen 30 °C und 35°C, nur einzelne Tage mit unwetterartigen Niederschlägen. Auch wir als Kleingärtner sind davon betroffen, wenn wir immer häufiger zur Gießkanne  greifen müssen, um unsere Gärten als grüne Paradiese zu erhalten. Nützlich ist es , die seltener gewordenen Niederschläge in Regentonnen aufzufangen und für trockene Zeiten zu speichern, zumal Regenwasser für die Pflanzen bekömmlicher ist als Grundwasser aus Brunnenanlagen.

So wie jeder seine Gartenpflanzen bei Bedarf mit Wasser versorgt, wäre es wichtig, dass Anlieger und Nachbarn von Obstgehölzen auf den Wegen und Plätzen der Kleingartenanlage auch diesen Bäumen regelmäßig eine 10-Liter-Kanne Wasser spendieren.  


Zehn Kannen Wasser kosten aus unserer Brunnenanlage 6 Cent, Regenwasser wäre sogar gratis. Das sollte es jedem Gartenfreund wert sein, um durch eine Wassergabe auch die Bäume vor seiner Parzelle am Leben zu erhalten. Ebenso ist ein wöchentliches Lockern der Baumscheiben angebracht, damit bei Platzregen das Regenwasser in den Boden eindringen kann und nicht oberirdisch ungenutzt abfließt. 


Helft alle beim Bewässern mit und überlässt diese Arbeit nicht siebzig- und achtzigjährigen Einzelkämpfern aus der Abt. I, die mit Tonne auf Autoanhänger und Schlauch versuchen, die schlimmsten Trockenschäden zu vermeiden.

Immer mehr Zigarettenkippen liegen auf den Gemeinschaftswegen und stellen bei strohtrockener Grasnarbe eine hohe Brandgefahr dar und sind zudem ein Gift für Boden und Grundwasser, das die Natur nicht abbauen kann. Außerdem ist es für Gartenfreunde und Besucher der Anlage auch angenehmer, den Duft von Flieder oder Rosen genießen zu können als Qualm einatmen zu müssen.

 

 Die Mitte des Gartenjahres 2021 ist erreicht und somit auch der Blühhöhepunkt der Rosen und Sommerblumen. Die Blütenpracht ist in allen Parzellen und am Festplatz zu bewundern.

Erdbeeren und Süßkirschen sind geerntet. Auch Salat, Kohlrabi, Zuckererbsen, Zwiebeln und Frühkartoffeln bringen zur Zeit gute Erträge. Vegetarier könnten sich derzeit fast nur aus Gartenfrüchten ernähren. An den Beerensträuchern reifen auch viele Früchte und Quitten sowie Weintrauben lassen für den Herbst gute Ernte erwarten, ebenso Freilandgurken und -tomaten.

Abgeerntete Beete von Radieschen, Kopfsalat und Kohlrabi lohnt es auch noch mit Folgesaaten von Bohnen und Erbsen zu bestellen oder mit roter Beete und Winterkohlarten zu bepflanzen. Weitere freie Flächen bieten sich für die Ausbringung einer Gründüngung an.

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin hat den KGV Am Kienberg e.V. für das Pilotprojekt „Partizipative Freiraumkonzepte für Mehrfachnutzung in Kleingartenanlagen“ ausgewählt. 


Dabei geht es darum, Gartenfreunde und Öffentlichkeit zu sensibilisieren, Gemeinschaftsflächen der Anlage gemeinsam zu nutzen, interessanter und informativer zu gestalten, wofür Fördermittel vom Land Berlin bereitgestellt werden. Um Ideen und Wünsche der Gartenfreunde in das Projekt einzubringen, besuchten die Projektmitarbeiterinnen Franziska Felgentreu und Katja Kruse am 11. und 12. Juni 2021 die KGA Am Kienberg e.V. und sprachen beim „Plausch am Gartenzaun“ mehrere Kleingärtner direkt an. 


Darunter waren  alte Hasen aus dem Gründungsjahr des Vereins aber auch junge Familien mit Kindern als Neugärtner. Wie viele Kontakte es gab, wissen wir nicht, da die Projektmitarbeiter sich allein ihre Gesprächspartner suchten. Dank allen, die sich mit ihren Ideen und Anregungen in den Dialog eingebracht haben und den Projektmitarbeitern eine Sitzgelegenheit unter Beachtung der AHA-Regeln in ihrem Garten anboten. Schade nur, dass einige Gartenfreunde sich nicht gesprächsbereit zeigten, weil sie sich nicht für das Außerhalb ihres Garten interessierten. Das Projekt läuft mindestens bis Ende des Jahres 2021. Die beiden Projektmitarbeiterinnen werden demnächst ein Konzept erstellen, welche Ideen machbar und umsetzbar sind und dies zunächst der Senatsverwaltung vorlegen.

Text und Fotos:  Ursula und Klaus-Dieter Bernitz